Straßenfotografie Westbank

Für 3 Tage war ich in der Westbank: Ramallah, Ostjerusalem und Hebron. Es war eine Bildungsreise, veranstaltet von der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Hier findet sich deutschsprachige Literatur.

Einige der Menschen, denen ich begegnete, machten einen harten Eindruck, geprägt von Existenznot, von der Besatzung, von wirtschaftlicher und politischer Perspektivlosigkeit. Natürlich sind das Projektionen, ich weiß.

Es fühlte sich nicht gut an. Merkwürdige Gegensätze, viel arabisches und internationales Geld war in Form großer, luxuriöser Bauten zu sehen. Aber keine Industrie, keine florierende Wirtschaft. Wasserspeicher auf den Dächern und Besatzung. Palästinenser sind in ihrem eigenen Land von kontinuierlicher Wasserversorgung abgeschnitten. Große Armut. Hartes Leben in einem Land, das von der internationalen Gemeinschaft vergessen wird.

Vor unseren Gesprächspartnern habe ich großen Respekt. Hier politische Arbeit zu leisten, stelle ich mir angesichts der Bandbreite der palästinensischen Zivilgesellschaft sehr schwierig vor . Die reicht von der Hamas bis hin zur Fatah. Hamas wird von vielen als islamische Terrororganisation gesehen, gleichwohl gilt sie in Palästina als sozial engagiert und nicht korrupt. Fatah gilt als korrupt und eher als ausführender Arm der israelischen Mitiläradministration, denn als Vertreter palästinensischer Interessen. Die letzten Wahlen in Palästina fanden in 2006 statt. Die palästinensische BDS Bewegung kann wohl auch als Versuch verstanden werden, eine Einigung dieser zersplitterten gesellschaftlichen Kräfte herbeizuführen (B = Boycott, D = Divest, S = Sanctions).

3 thoughts on “Straßenfotografie Westbank

  1. Moin Kurt. Vielen lieben Dank für dein Interesse und dein Lob. Ich selbst freue mich sehr, daß ich dort war, auch wenn der Aufenthalt sehr strukturiert war.
    Ob ich mal eine Ausstellung mache, weiß ich noch nicht. Da will ich meine weiteren Bilder von der Reise noch sichten. Viele Grüße.

  2. Wirklich beeindruckende Bilder, die oft mehr sagen als 10 theoretische Analysen. Besonders die Fotos der Kinder und Jugendlichen geben Hoffnung. Gratuliere zu dieser Fotoreportage – wird es die auch einmal als Ausstellung geben?

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