Eisenhüttenstadt

Amerkung

Eisenhüttenstadt oder “Hütte”, bis 1961 Stalinstadt, ist eine Stadt für das große Eisenhüttenwerk Ost, gebaut als erste sozialistische Stadt der DDR. Zur gleichen Zeit wurden auch in Ungarn und Polen große Stahlwerke und dazugehörige Städte gebaut. Die Wohnkomplexe I bis IV wurden nach den “16 Grundsätzen des (sozialistischen) Städtebaus” gebaut. Der Baustil wird als sozialisitischer Klassizismus mit dem Bezug auf “nationale Bautradition” bezeichnet. Die Wohnkomplexe wurden weitgehend saniert (nach 2000). Zusammen mit Klaus Peter Wittemann war ich Mitte September 2 Tage in Eisenhüttenstadt (s.a. Nächste Schritte). Die Sicht von Klaus Peter Wittemann auf Eisenhüttenstadt findet ihr hier.

Ich habe in den zwei Tagen häufig mit Einwohnern gesprochen. Angenehme Gespräche, offene Gespräche. So etwas wie Stolz und Freude wird deutlich. Überall werden Orte empfohlen, die wir unbedingt besuchen müssen. Kluge Gespräche gab es genauso, wie abfällige Bemerkungen über Ausländer. Letzeres passierte einmal. Ältere Damen, mit denen wir ins Gespräch kamen, hatten das Glück, zur Zeit der Wende in den Ruhezustand zu gehen. Jedenfalls empfinden sie das heute so, mein Eindruck.

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Gutachterin. Selbständig, Gartenbau, interessiert am Erhalt der Anlage.. Street Photography Straßenfotografie. Gesehen in Eisenhüttenstadt Heinrich-Heine-Alle 2019. Alte Dame (92). Zog 1968 von Thüringen nach Eisenhüttenstadt und machte eine zweite Ausbildung zur Facharbeiterin in der Hütte. Street Photography Straßenfotografie. Gesehen in Eisenhüttenstadt Heinrich-Heine-Alle 2019. Alte Dame (86). Erst zog sie in den Wohnkomplex 7, ein reiner Plattenbau. Heute wohnt sie im Wohnkomplex I. Street Photography Straßenfotografie. Gesehen in Eisenhüttenstadt Wohnkomplex I 2019. Treffen im Park. Zwei Paare mit Kindern. Irgendwie stolz auf “Hütte”. Sie gaben uns viele Tipps. Eine Perspektive, die ihnen Freude und Sicherheit geben könnte… sahen sie wohl nicht. Street Photography Straßenfotografie. Gesehen in Eisenhüttenstadt Wohnkomplex I 2019.

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Den Architekurprinzipien geschuldet, gibt es sehr breite Straßen in Eisenhüttenstadt. In Anbetracht der kleinen Stadt führt das zu merkwürdigen visuellenEindrücken. Eisenhüttenstadt hat etwa 25 Tsd Einwohner. Eisenhüttenstadt hat viele Skulpturen und es sind noch viele der für die DDR typische Fassadenkunstwerke im Stadtbild vorhanden. Der Prometheus steht vor dem Albert-Schweitzer-Gymnasium. Der Held der Arbeit auf dem Gelände des Stadtmuseums in Fürstenberg. Es gibt viel Leerstand bei kleinen Ladengeschäften. Ein geschäftiges Einkaufstreiben gibt es in Eisenhüttenstadt nicht. Mir sind viele Radfahrer*innen aufgefallen (Flott Unterwegs und der Fahrradfahrer an der Ecke Karl-Marx-Straße/ Saarlouiser Straße), auch viele ältere Menschen. Ich vermute, viele der Eisenhüttenstädter können sich ein Auto nicht leisten.

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Bei den ersten Wohnkomplexen handelt es sich anfangs um eine vollständig geschlossene Randbebauung. Durch große Tordurchfahrten kommt man in sehr große Innenhöfe. Neben weiteren im nationalen Baustil aufwendig erbauten Wohnhäuser bieten diese Innenhöfe viel Platz, sehr grün mit Rasen und hohen Bäumen, die bis zu knapp 70 Jahren alt sind. Mit Einrichtungen zur Erholung und Entspannung und gemeinsamen Aktivitäten. Sitzbänke, Brunnen, Tischtennisplatten, kleine Fußballfelder, Wäscheleinen. Die Anlagen machen weitestgehend einen sehr gepflegten Eindruck. Ab und zu sieht man Sperrmüll auf den Rasenflächen.

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Eisenhüttenstadt

 

Eisenhüttenstadt Street

 

Eisenhüttenstadt Urban

 

Nächste Schritte

Siehe auch #Abschnitt Kommentare . Mittlerweile haben wir mehrere Kontaktadressen. Vielleicht erhalten wir quasi Unterstützung. Wir werden sicher wieder nach Eisenhüttenstadt fahren und wir planen so etwas wie eine Ausstellung oder ein kleines Büchlein oder so... Die Bilder werden sicher noch weiter ausgewählt und weiter entwickelt.

Kommentare

3 thoughts on “Eisenhüttenstadt”

  1. Auf vielen Bildern, sie zur Zeit der Wende entstanden sind, wird eine verfallende, morbide DDR gezeigt. Ich habe sie heute schon vergessen. Kann man so etwas darstellen, wohl nur textuell.

  2. Bilder von breiten Straßen und Plätzen
    Bilder auf das Werk, Werkstore, Schichtwechsel
    Bilder im Werk
    Was erwartet mich auf der Insel
    Dokumentarzentrum für Alltagskultur
    Höher gelegene Standpunkte: städtische Krankenhaus, Stadtbibliothek, Rosenhügel
    Gibt es noch andere alte Gebäude, die für die frühere Gesellschaft prägend waren (Rathaus, Platte)
    Einkaufszentrum

    Orte der Zivilgesellschaft:
    Parteien
    Vereine
    Gewerkschaften
    Kirchen
    Stiftungen
    Initiative
    NGOs
    “Ausländer”
    Meinungsbildung und Aktivitäten (auch Leserbriefe und Soziale Initiativen)
    Armut
    Arbeitslosigkeit
    Kneipen

    Was erwarten wir von unseren Kontakten. Was können wir ihnen geben oder anbieten?

    Sozialismus, AFD, alternative Szene, städtische Zivigesellschaft.
    Weihnachtsmarkt,
    1. Mai,
    Feiern zum 70 Jahrestag

    Umgebung wie Kieferwald, Freizeitgestaltung.
    Alltag.

    Was haben wir im Hinterkopf?

    Wie kann eine Geschichte aussehen (bezogen auf eine Ausstellung, ein Buch, einen Text).

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