Fotografische Arbeiten von Gabriele Senft

1997 im Juli in Litauen - auf dem Markt in Ignalina 1 | Copyright by Gabriele Senft
1997 im Juli in Litauen – auf dem Markt in Ignalina 1 | Copyright by Gabriele Senft
http://gabrielesenft.de/piwigo/index.php?/category/23

Gabriele Senft ist eine langjährig (e) politisch engagierte Fotografin. Politisch im doppelten Sinne, gelernt hat sie ihr Handwerk bei ADN ZB; (staatliche Fotoagentur der DDR). Ihr Motto auf der Homepage ist “Als Journalistin ärgert mich, dass heute die meisten Medien von Fotografinnen und Fotografen nur noch technisches Können verlangen und kein eigenständiges Denken.“. Fotografisch heute noch aktiv, veröffentlicht sie viel auf Facebook, die Homepage wird seit geraumer Zeit leider nicht mehr aktiv gepflegt. Als beruflich fest eingebundene Agentur- und später Pressefotografin bei der Tageszeitung „junge Welt“ konnte sie im Laufe der Zeit ein beachtliches  Archiv aufbauen, von dem nur ein kleiner Teil zugänglich ist, da vieles noch nicht digitalisiert werden konnte.

Ihre Webseite ist erstmal wegen der vielen, auch älteren Fotografien interessant. Aufmerksame Reportagen, Portraits und Sammlungen einer Fotografin, die in der DDR groß geworden ist. Viel Alltagsfotografie, SW und Farbe, immer der Mensch und sein Alltag im Mittelpunkt. Keine künstlichen Aufgeregtheiten. Eine Fotografin, die nie nur für das Archiv fotografierte. Sie beteiligte sich an Publikationen, stellte aus und machte Bücher. Eines der letzten “TARGET. Die Brücke von Varvarin” , ein Buch über einen Bombenangriff der Nato 1999 am Pfingstsonntag auf eine Brücke in der südjugoslawischen Kleinstadt Varvarin. 10 Menschen starben, viele Schwerverletzte, die mit dauernden Behinderungen weiter leben seit jenem Sonntag vor 20 Jahren https://www.gutes-lesen.de/laden/target/ .  Gabriele Senft ist den Opfern und Angehörigen seit Jahren verbunden. Dieses Buch ist in Serbien in diesem Mai in serbischer Sprache veröffentlicht worden. Das ist vielleicht das Besondere. Sie macht ihre Bilder wohl nicht für sich selbst, nicht für die Wertschätzung eines Kulturbetriebes, sondern für die Menschen.

Aber sie bietet auch viel Nachdenkliches, immer wieder Bezüge auf Literarisches “Trotzdem bedeutet nur standzuhalten, das Weiterleben auf sich zu nehmen. Den nächsten Schritt zu tun. Und dieses ›nur‹ ist letztlich alles. Weil es uns das Wissen von Leben und die Befähigung für das Leben zurückgibt.” (Erika Pluhar, 2005).  Und es entsteht Neugier, das erwähnte Buch „Target“, im Serbischen „Meta“ lenkt den Blick auf die Menschen im ehemaligen Jugoslawien. Einen völkerrechtswidrigen Krieg der Nato gab es, auch die Bundeswehr flog Kampfeinsätze, Jugoslawien gab es dann bald nicht mehr. Was weiß ich über das Serbien, über die Lebensverhältnisse dort heute? Gabriele Senft geht es nicht darum, für dieses serbische Volk speziell um Verständnis zu werben, sondern für diejenigen in Ländern, denen Unrecht geschieht.

Immer wieder politische Statements von ihr, auch Statements, die nicht meine sind. Wir sind unterschiedliche Lebenswege gegangen und doch überwiegen Gemeinsamkeiten.

Ihre Homepage findet ihr hier http://gabrielesenft.de . Das Bild oben entstammt einer Sammlung zu einer Ausstellung “…wo auch immer wir wohnen…” http://gabrielesenft.de/piwigo/index.php?/category/23 . Eine Sammlung von Fotografien, wohl während verschiedener Reisen aufgenommen, fast feinste Straßenfotografie. Fast immer ganz nahe dabei, respektvoll und zugewandt.

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