logo

Die Straße als Bühne … Streetphotography Workshop

Ein sehr persönliches Resümee über einen einwöchigen Workshop zur Straßenfotografie mit Rolf Nobel, begnadeter Fotograf und Dozent, Hannoveraner Professor für Fotojournalismus und Dokumentarfotografie (emeritiert), mit engagierten und neugierigen und sehr angenehm anderen Menschen. Nach einem sehr guten Einführungsvortrag am Sonntag nachmittag, sind wir jeden Tag allein oder mit mehreren los. Von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr wurden die eigene Bilder gesichtet, eine Auswahl getroffen und es fand ein kurze Bearbeitungsphase statt. Anschliessend wurden die Bilder dann von Rolf Nobel sehr genau kritisiert und beurteilt (etwa 3 Stunden). Danach wurden noch Filme über Fotografen gezeigt. Zum Ende des Workshops gab es am Samstag Nachmittag noch einmal eine individuelle Sammlung der „Best Of“, einen Ausdruck dieser Bilder und am Sonntag vormitteg eine abschliessende Bewertung. Ich habe viel mitgenommen, viel Erkenntnisse gesammelt (noch nicht gelernt im Sinne von verinnerlicht). 

Was nehme ich mit?

(Im den verlinkten Beiträgen eine kleine Begriffsklärung Straßenfotografie, Tipps zur Bildgestaltung (vor der Aufnahme und anschließend in der Entwicklung) , einige Links zu Homepages, Schnappschüssen der Teilnehmer und dann drei Zitate zum Schluß. Zu den Bildern gibt es eine direkte Kommentarmöglichkeit.)

  • Ich möchte anders sehen lernen. Meine Fotos sind mehr oder weniger schlechte Abbilder der Wirklichkeit, denke ich häufig. Auf Flächen, Formen und Farben, auch Bewegung achten. Nicht nach dem besonderen Menschen suchen, sondern nach der besonderen Szene oder der besonderen Bühne. Etwas oder ein Ort, an dem sich Spannung entwickelt oder eine Beziehung zu sehen ist. Durch die Augen der Anderen sehen?
  • Meine Kreativität entwickeln. In Ausstellungen gehen, Workshops besuchen, Neues ausprobieren. Andere Tageszeiten, andere Orte. Von anderen lernen ist eine gute Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln (kann aber auch ein Hindernis sein).
  • Mir Zeit nehmen. Eine Szene länger ausarbeiten, wenn möglich. Nervosität, Ungeduld oder schlechtes Gewissen sind schlechte Berater. 
  • Akzeptieren. Nicht jede Szene kann auch ausgearbeitet werden, nicht jedes Bild muß veröffentlicht werden, nicht jedes Bild kann gemacht werden.
  • Nachdenken. Über die Beweggründe, die mich zu meiner Fotografie bringen. Wenn Straßenfotografie mehr als das reine Abbild ist, handelt es sich um etwas Unsichtbares. Wie mache ich das Unsichtbare sichtbar oder kann man ein Straßenfotografie malen? Welches Unsichtbare sehe ich oder möchte ich abbilden?
  • Regeln nicht überbewerten. Die Kenntnis von Regeln und ihr überlegter Einsatz kann die eigene bildnerische Ausdrucksfähigkeit verbessern, oder?

 

.

14 thoughts on “Die Straße als Bühne … Streetphotography Workshop”

  1. Bildgestaltung // Tipps

    . Man sollte den städtischen Kontext erkennen. Nah dran, wird häufig falsch verstanden. Ein, zwei Schritte zurück können hilfreich sein.
    . Kann das Bild gelesen werden, sind alle wichtigen Elemente aus dem Bild heraus verständlich (ohne das die Komplexität des Bildes leidet, ein einfaches Bild kann schnell langweilig sein). Vorsicht vor Elementen, die nur durch die Erzählung des Fotograf*in verstanden werden. Trägt das Motiv? Ist es spannend genug? 
    . Achtung oder Vorsicht bei Signalfarben, Straßenverkehrszeichen, Text, Gestaltung des Bildrandes (neuen Räume), großen Bildflächen, die das Bild gestalten, ohne etwas zu der Szene beizutragen. Unruhiger Hintergrund. Kann das Motiv ausreichend freigestellt werden? Der Fotograf soll sich im Bild nicht wiederfinden (auch nicht passiv). Rückenbilder vermeiden. Rücken blockieren den Zugang zum Bild. Vorsicht bei Beschnitten. Nicht die Füße abschneiden, oder einen ungünstigen Beschnitt am Kopf  der abgebildeten Menschen. Vorsicht bei Linien, Flächen, die den Protagonisten berühren oder zerschneiden. Helle Bildbestandteile ziehen die Augen des Betrachters an. Am Bildrand führen sie vielleicht aus dem Bild heraus.

    Die Kenntnis von Regeln und ihr überlegter Einsatz kann die eigene bildnerische Ausdrucksfähigkeit verbessern, oder? Regeln sollen aber nicht überbewertet werden.

  2. Zitate

    „Fotografie ist eine einsame Reise“, Robert Frank
    „Das Bild muss interessanter sein als das, was ich fotografiere“, Robert Frank
    „Jeden Tag sehe ich etwas Schönes“, Saul Leiter

  3. Hi Ernst Wilhelm,
    na, da sehe ich doch gleich einige Bilder wieder :-). Ich glaube, Street Fotografie ist schwierig, bei den ganzen „beachte mal…“, ui ui ui
    LG Brigitte

  4. Lieber Ernst Wilhelm,
    schöne Fotos, besonders das Wasserbild und die Einsamkeit gefallen mir 🙂
    Bis demnächst, schöne Grüße von Birgit

  5. Ich finde es sehr schön, dass Du an dem Kurs teilgenommen hast und er Dir Freude bereitet. Interessant finde ich vor allem, deine erste Anmerkung. Nicht den besonderen Menschen suchen, sondern das Besondere in der Szene. Auf Formen, Farben, Bewegung, Lichtfall achten.

  6. Moin Brigitte. Hey. So habe ich das noch gar nicht gesehen.

    Ich finde Street oder was für eine Fotografie auch immer ist gar nicht so schwierig. Die ganzen Beachte mals dienen ja nur der gelegentlichen Verbesserung des eigenen Ausdruckvermögens. Habe ich das nicht schön formuliert. Vielleicht, nein sicher bring ich das noch mal in den Beitrag mit rein.

    Dir ein schönes Wochenende, Ernst Wilhelm

  7. Hallo Ernst Wilhelm,

    danke für Deinen Bericht. Mir gefällt besonders das Foto der Asiatin, das Du uns ja auch am Dienstag gezeigt hattest. Es ist wunderschön!

    Grüße

  8. Hallo Ernst Wilhelm,
    man kann an den Fotos von dir ekennen, ( die sehr ausdruck stark sind ) die hat ein anderer Ernst Wilhelm
    gemacht.Aus dem Text von dir spricht die Begeisterung zur Straßenfotografie und das du viel von diesem Workshop
    mit genommen hast,immer weiter so.
    Viele Grüße, Gerd

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.